Suche
  • Ulrike Becker

Was ist Diabetes mellitus?

Unter einem Diabetes mellitus versteht man verschiedene Erkrankungen, die alle gemeinsam haben, dass die Zuckerwerte im Blut erhöht sind. Die häufigsten Diabetestypen sind der Typ 2 Diabetes (> 90% der Menschen mit Diabetes), der Typ 1 Diabetes (ca. 5% aller Menschen mit Diabetes) und der Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes, ca. 6% aller Schwangeren, Zahlen steigend). Zusätzlich gibt es noch weitere Diabetesformen, die durch Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse oder auch durch andere Erkrankungen oder Medikamente ausgelöst werden oder auch seltene ererbte Diabetesformen.

Die Diagnose eines Diabetes kann auf unterschiedliche Arten erfolgen:

Man kann

-den HbA1C Wert bestimmen, das ist ein Wert, der etwas über die Höhe der durchschnittlichen Blutzuckerwerte der letzten 6 bis 8 Wochen aussagt. Ein Wert ≥ 6,5% spricht für einen Diabetes mellitus.

-den Blutzucker (aus der Vene, nicht mit einem normalen Blutzuckermessgerät aus der Fingerbeere, die sind für die Diagnostik zu ungenau) zu einer beliebigen Zeit messen, man nennt das Gelegenheitsblutzucker. Ein Gelegenheitsblutzucker von ≥ 200 mg/dl (11,1 mmo/l) oder ein Nüchternblutzucker (vorher 8 bis 12 Std nichts essen) ≥126 mg/dl (7 mmol/l) gilt als beweisend für einen Diabetes mellitus.

-einen Zuckerbelastungstest (oraler Glukosetoleranztest, oGTT) durchführen. Hierbei wird morgens (zwischen 6:00 und 9:00) nach einer mindestens 8-stündigen Nüchternperiode (auch nicht rauchen, bei Medikamenteneinnehme vorher Rücksprache halten) ein Nüchternblutzucker aus der Vene bestimmt, dann trinkt man eine Zuckerlösung (75 g Glukose in 300 ml Wasser gelöst) und es wird der venöse Blutzucker nach 2 Std bestimmt (in der Schwangerschaft auch nach 1 Std). Nüchternwerte ≥126 mg/dl (7 mmol/l) und ein 2 Std. Wert ≥ 200 mg/dl (11,1 mmol/l) sind beweisend für einen Diabetes mellitus. In der Schwangerschaft gelten niedrigere Grenzwerte: Nüchtern ≥92 mg/dl (5,1 mmol/l), nach 1 Std ≥ 180 mg/ dl (10 mmol/l), nach 2 Std ≥153 mg/dl (8,5 mmol/l).


Die Bezeichnung Diabetes mellitus ist aus einem griechischen und einem lateinischen Begriff zusammengesetzt. Laut Duden bedeutet das griechische Wort „diabḗtēs“ eigentlich Weinheber, die Körperflüssigkeit läuft durch den Kranken hindurch wie durch einen Weinheber, ohne gehalten werden zu können. Der Begriff „mellitus“ ist lateinisch und bedeutet honigsüß. Daher übersetzt man Diabetes mellitus meist mit „honigsüßer Durchfluss“.



Quellen:

Praxisleitlinien: Gestationsdiabetes mellitus (GDM), Diagnostik, Therapie und Nachsorge. Schäfer-Graf et al. 2020.

Praxisleitlinien: Definition, Klassifikation und Diagnostik des Diabetes mellitus: Update 2020. Nauck et al. 2020.

Duden. www.duden.de. Abgefragt 04.10.2021


55 Ansichten0 Kommentare